ÜBER DAS PROJEKT

Ein Flüchtlingslager als Setting für ein Spiel? Soll das etwa ein Witz sein? Ein schlechter Witz? Der Versuch, einen Buzz loszutreten? Als wir das Projekt starteten, da war uns schon bewusst, was uns erwarten würde. Haben wir Journalisten es etwa satt, Ihnen das ewige Schauspiel vom Elend in der Welt als Happen vor die Füße zu werfen - und amüsieren uns jetzt darüber? Wie können Sie es wagen, mit der Not von Millionen von Flüchtlingen zu spielen? Die Antwort ist einfach und hat hauptsächlich zwei Argumente: Zunächst einmal ist ein "Newsgame" ein im Netz weit verbreitetes Format. Mit den verschiedensten "ernsten" Themen: Konflikte, Naturkatastrophen, soziale Spannungen usw. Außerdem bietet unsere "Reportage zum Spielen" auch die Möglichkeit, den Web-Nutzer in eine Situation hineinzuprojizieren: Der spielende Internaut wird sozusagen zu einem Reporter unserer Redaktion. Und wie jedes Metier hat auch unser Beruf Regeln, Spielregeln: Einen Rahmen, Regeln, Kriterien, Erfolge und Misserfolge.

Was wir mit diesem Spiel wollen, ist es, innerhalb einer komplexen Realität, einen neuen Zugang zu bieten. Das gesamte Projekt, das wir zum Thema "Flucht und Flüchtlinge" auf die Beine gestellt haben, versucht diesen neuen Zugang. Dieses Spiel ist ein Teil davon. Neben den Beiträgen von Künstlern (Filmemachern, Fotografen, Autoren und Zeichnern) war uns wichtig, auch den Web-Nutzer zu einem Akteur zu machen und ihn nicht mit der bloßen Zuschauerrolle abzuspeisen. Viel mehr als ein Spiel ist dieses "Newsgame" ein Lernprozess. Jede gesichtete Sequenz birgt eine Vielzahl von Informationen. Sie müssen entweder ausgesondert oder eingebaut werden in die eigene Schnittfolge, die eigene ‚Reportage‘ des Spielers. Es geht also ums Suchen, Finden, Zuhören, Sehen und ums Auswählen und Zusammenbauen – voilà die Idee des Spiels.

Worum es sicher nicht geht, ist, dass diese "Reportage zum Spielen" einmal die klassische aktuelle Reportage ersetzen soll. Die Sendung "ARTE Reportage" wird auch weiterhin über die Exilanten in der Welt und die damit verbundenen menschlichen Tragödien berichten. Was wir Ihnen hier jedoch anbieten, ist einfach eine originelle und pädagogische Form, Information weiterzugeben. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

GEBRAUCHSANLEITUNG ZUM NEWSGAME

Sie sind ARTE-Reporter. Ihre Aufgabe: in vier Flüchtlingscamps (im Nepal, im Irak, im Libanon und im Tschad) eine Multimedia-Reportage für die Sendung ARTE Reportage zu realisieren. Dafür können Film-Elemente verwendet werden, die vor Ort gesammelt werden und dem thematischen Blickwinkel der Chefredakteurin Andrea Fies genügen.

Bei Ihren Camp-Besuchen und den Begegnungen mit Flüchtlingen, Hilfsorganisationen und Behörden tragen Sie Sequenzen und Aussagen (Videos, Fotos) zusammen, die Sie nach den Dreharbeiten auf eine für Ihre Multimedia-Reportage vorgesehene Website hochladen. Aber beachten Sie bitte: Nicht alle Aussagen, die vor Ort gesammelt wurden, sind für den von der Chefredakteurin vorgegebenen Blickwinkel der Reportage relevant. Ihre Aufgabe gilt nur dann als erfolgreich erledigt, wenn Sie eine Reportage den Vorgaben gemäß abschließen. Nur so kommen Sie zum nächsten Level – bzw. zum nächsten Camp.

Der erste Level ist bei Onlinestellung der Site im September 2014 zugänglich; der zweite im Oktober; der dritte im November und der vierte und letzte im Dezember. Sobald Sie ein Nutzerkonto angelegt haben, können Sie jederzeit den aktuellen Stand ihrer Spielpartie speichern und werden auch per E-Mail informiert, sobald die nächsten Aufgaben online gehen.

Alle Reportagen (im Folgenden "Beiträge" genannt) der Teilnehmer werden auf den entsprechenden Seiten des Webauftritts zum Spiel unter dem von den Teilnehmern gewählten Pseudonym veröffentlicht. Die Teilnehmer erklären sich damit einverstanden, dass ihre Beiträge namentlich genannt werden und diese auf den ARTE-Webpräsenzen und im Fernsehprogramm ohne Gegenleistung für unbegrenzte Dauer ausgestrahlt und weiterverwendet werden können. Sollten Beiträge für das Fernsehprogramm oder andere Veröffentlichungen ausgewählt werden (zum Beispiel eine Sonderausgabe), setzt ARTE sich mit dem entsprechenden Teilnehmer für einen entsprechenden Vertrag in Verbindung.

Jeder Teilnehmer schickt seine Beiträge freiwillig und in voller Kenntnis des Gegenstands und des Ziels des Spiels ein, ohne dass von ARTE eine Gegenleistung, gleich welcher Art, erfolgt. Jeder Teilnehmer versichert ARTE, dass er der Autor des eingesendeten Beitrags ist, und er keinem Dritten Verwertungsrechte am Beitrag eingeräumt hat, welche die Verwertung im angegebenen Rahmen behindern würden; er versichert ARTE von entsprechenden Forderungen abzusehen. Grundsätzlich liegt die Auswahl der Beiträge zur eventuellen Veröffentlichung im Ermessen von ARTE. Dem Teilnehmer steht kein Recht auf Veröffentlichung seiner Beiträge zu.

Als Herausgeber der Internetpräsenz www.arte.tv ist ARTE verantwortlich für jeden veröffentlichten Inhalt (Gesetz 2004-575, Artikel 6) und hat folglich in Anwendung der gesetzlichen Vorschriften und der allgemeinen Nutzungsbestimmungen der vorgenannten Internetpräsenz eine Kontrollpflicht für sämtliche Onlineinhalte hinsichtlich geltender Gesetze. ARTE behält sich das Recht vor, die veröffentlichten Inhalte ohne vorherige Information der Teilnehmer teils oder vollständig zu löschen. Von diesem Vorrecht wird besonders, aber nicht ausschließlich, Gebrauch gemacht, sollte der Teilnehmer gegen die allgemeinen Nutzungsbestimmungen der Internetpräsenz, die Spielregeln oder das Gesetz verstoßen.


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